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Chronik

Wie Friedrichshulde zu seinem Namen kam

... Dor is mol – dat is nu all lang her – een dänischen König wesen, der hett Friedrich heßen. De livt met sin Frau op een grooten Slott in Dänemark. Nu haar de König awer ok een seuten Freundin hebbt un de kunn he man nich op sie Slott bi  sein Frau wonen loten. Dat ging jo man nich an! Nu weer he awer ok König vun Sleswig un Holstein. Un so hett he een lütten Slott op dem Scharren Kamp – so weer Friedrichshulde in ollen Dagen nöömt – oprechten loten. Dor het he denn sien Freundin dolbrocht un hett se dor jümmer besokt. Awer de Buurn vun Schenefeld hebben det spitz kregen un jümmer, wenn se bi dem Slot top dem Scharren Kamp vorbi gohn, hebben se mit de Fingers henwesen un hebben seggt: „Dor is Friedrichs Holde!“. So is me dat vertallt worn un so kümmt dat, dat de Lüüt heut noch seggen: „Dor is Friedrichshulde!“

Das ehemalige große Gut Friedrichshulde in Schenefeld, an der Stadtgrenze zu Hamburg gelegen, wurde 1928 preußische Domäne. 1952 wurde es von der Schleswig-Holsteinischen Landesgesellschaft aufgeteilt. Das Sozialwerk der Christengemeinschaft erwarb das 1905 von C. Baumgarten erbaute Gutshaus zusammen mit dem Parkgelände und einem kleinen Teil landwirtschaftlicher Fläche.

 

Friedrichshulde 1920.jpg

Das Gutshaus Friedrichshulde um 1920                     

 

 

In dieses Gutshaus zogen Kinder, die als Kriegs- und Flüchtlingswaisen in einer Jugendherberge in Hoisdorf vorübergehend untergebracht worden waren, zusammen mit ihren Mitarbeitern. Mit dem Umzug wurde der Name des alten Gutes übernommen und der Verein in „Kinder- und Jugendheim Friedrichshulde“ umbenannt. Die damalige Heimleiterin war Clara Woite. Bereits 1948 in Hoisdorf deutete sich schon eine Entwicklung an, die aus dem Heim für Kriegs- und Flüchtlingswaisen ein Heim für Sozialwaisen, also milieugeschädigten Kindern mit all ihren sozialen Schwierigkeiten, werden ließ. Wegen ihrer sozialen oder lernmäßigen Schwierigkeiten konnten die Kinder die Schenefelder Dorfschule nicht besuchen und so wurde eine Klasse in Friedrichshulde eingerichtet, die den ersten Beginn einer Heimschule darstellte. Der Unterricht in den Wohnräumen führte aber bald zu Platzproblemen und so wurde als Schulhaus von einer Hamburger Waldorfschule eine Holzbaracke erworben, in der der Unterricht stattfinden konnte.1966 wurde der Grundstein für ein neues Wohngebäude gelegt. Im Jahre 1968 wurde das Gutshaus durch einen Brand zerstört und musste abgerissen werden. 1969 wurde mit dem Bau eines zweiten Wohngebäudes und des Saals begonnen, kurz danach mit dem Bau des neuen Schulhauses. 1971 konnte die Einweihung des Wohngebäudes, 1972 die der Schule gefeiert werden. Ab dem Schuljahr 1987 wurde die Schule mit Einrichtung einer Werkstufe auf 12 Schuljahre erweitert, gleichzeitig wurde eine Jugendgruppe im Lebensbereich gebildet. Ende 1993 konnte endlich mit dem Bau des Werkstufengebäudes begonnen werden, das 1995, zusammen mit dem Jubiläum  „50 Jahre Begleitung von Kinderschicksalen“, eingeweiht wurde.

In der Festschrift ist neben anderen Beiträgen auch eine ausführliche und ergreifende Chronik zu finden.