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Konzept

Leitbild / Grundsätzliches / Selbstverständnis
Das Heilpädagogische Förderzentrum Friedrichshulde bietet in differenzierter Form den jeweiligen Bedürfnissen angepasste Unterstützungsleistungen für Familien, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Wesentliches Merkmal der Arbeit ist ein ganzheitliches Verständnis von Entwicklungsprozessen auf der Grundlage der Anthroposophie. Im Mittelpunkt aller Angebote steht der Mensch mit seinen unterschiedlichen Bedürfnissen. Grundlegendes Ziel ist es dabei, in gegenseitiger Achtung Entwicklungshemmnisse und Barrieren abzubauen, um Autonomie und selbst bestimmte Teilhabe zu fördern. In der Arbeit lassen wir uns davon leiten, dass jeder Mensch eine einzigartige Individualität ist, die wir in ihrem Sosein annehmen und respektieren. Jeder Mensch ist grundsätzlich entwicklungsfähig, unabhängig von den Erschwernissen und Hemmnissen, die zu seinem Leben gehören. Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichem Unterstützungsbedarf können für Ihre Schulzeit in unserer heilpädagogischen Gemeinschaft ein ihre Entwicklung förderndes Umfeld finden. Die Einrichtung liegt in ländlicher Umgebung am westlichen Stadtrand von Hamburg. Das Angebot gliedert sich in die Bereiche Zusammenleben, Schule, Tagesgruppe, künstlerische Therapien, Beratung (med., heilp., päd.) und flexible ambulante Leistungen. Durch die Lage in Schenefeld sind die Angebote regional eingebunden in den südlichen Teil des Kreises Pinneberg und die westlichen Stadtteile von Hamburg.

Gemeinsam leben (Wohn- und Tagesgruppen)
In den familienähnlich geführten Gruppen werden in einem sozialen Miteinander von Kindern, Jugendlichen und entsprechend qualifizierten Mitarbeitern das räumliche und zeitliche Umfeld gemeinsam gestaltet. Die Förderung jedes Einzelnen baut auf einer von gegenseitiger Achtung geprägten Atmosphäre, einem rhythmisch gegliederten Tages-, Wochen- und Jahreslauf,  sowie der Freizeitgestaltung und kulturellen Veranstaltungen auf. Ziel der Förderung ist die soziale Integration in die Schulgemeinschaft, die jeweilige Familie und deren Umfeld und soll zur weitestgehenden Selbständigkeit in und Teilhabe an der Gesellschaft führen. Diese heilpädagogische Förderung kann durch gezielte medizinische und therapeutische Maßnahmen ergänzt werden.

Gemeinsam lernen (Heilpädagogische Förderschule)
In unserer integrativen heilpädagogischen Schule werden Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Fähigkeiten und individuellem Unterstützungsbedarf gemeinsam unterrichtet. Die Grundlage ist der für die Heilpädagogik modifizierte Lehrplan der Waldorfschulen. Die Unterrichtsinhalte werden in altersmäßig zusammengestellten Klassen über 12 Schuljahre in Epochen (Zeiteinheiten von 4 bis 6 Wochen) vermittelt und berücksichtigen und unterstützen in ihrer methodischen und didaktischen Umsetzung die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Den handwerklichen und künstlerischen Fächern kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu.

Gemeinsam arbeiten (Berufsvorbereitung)
Im Wohn- und Lebensbereich wird großer Wert auf die Eigenaktivität und die eigene Gestaltungsfähigkeit im Sinne von Selbständigkeit und Teilhabe gelegt (Selbstversorgung, Bewältigung der Alltagsaufgaben, gemeinsame Pflege und Gestaltung des Wohnumfeldes und der Freizeit). In der Schule werden, über die Schulzeit verteilt und in der Werkoberstufe intensiviert, Erfahrungen mit unterschiedlichen Arbeitsmaterialien (u. a. Stein, Eisen, Kupfer, Holz, Papier, Textil) und Arbeitsprozessen gesammelt. So werden in beiden Bereichen für die Zukunft nach der Schulzeit Sozial- und Arbeitskompetenzen entwickelt. Gemeinsam einen Weg gehen (Ambulante Maßnahmen). Wir unterstützen und begleiten Familien, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in besonderen Problemlagen, Belastungssituationen und Krisen. Der jeweiligen Ausgangssituation entsprechend geht es hierbei u. a. um Beratung in Erziehungsfragen, Begleitung bei der Organisation und Gestaltung des Familienlebens, Überwindung von Entwicklungskrisen, Erlernen des selbständigen Wohnens, Anleitung zur Freizeitgestaltung, Entwicklung von sozialen Kompetenzen, Unterstützung in schulischen und Ausbildungsfragen. Ausgehend von der bisherigen Lebensgeschichte ergründen wir gemeinsam die vorhandenen Kompetenzen unserer Klienten. Es ist unser Anliegen, durch gegenseitigen Respekt Verbundenheit und Vertrauen zu schaffen. Auf dieser Grundlage beschreiben wir verbindliche Ziele, um eine neue Orientierung zu finden und die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit in den alltäglichen Angelegenheiten zu entwickeln oder wieder zu erlangen.

Leistungsbereiche:
Das heilpädagogische Förderzentrum Friedrichshulde bietet folgende Leistungen an:


•    Stationäre Förderung für Kinder und Jugendliche in der Regel im Alter von 6 bis 18 Jahren auf der Grundlage der Eingliederungshilfe §§ 53, 54 SGB XII und §§ 34, 35a SGB VIII.
•    Schulische Förderung in der staatlich genehmigten heilpädagogischen Schule auf der Grundlage der Waldorfpädagogik
•    Erziehung in Tagesgruppen
Hilfe zur Erziehung §§ 27, 32 SGB VIII
•    Ambulante Dienste
Sozialpädagogische Familienhilfe, Erziehungsbeistand/Betreuungshelfer (§§30, 31 SGB VIII)Ambulante Leistungen der Eingliederungshilfe (§§ 53, 54 SGB XII)

Standorte:
•    Lebensbereich mit 49 Plätzen in 7 Wohngruppen,
Standort: Lindenallee 96, 22869 Schenefeld
•    Heilpädagogische Schule mit 60 Plätzen (auch für externe Schüler),
Standort: Lindenallee 96, 22869 Schenefeld
•    Erlebnisorientierte Tagesgruppe mit 8 Plätzen,
Standort: Achtern Kronskamp 7, 25469 Halstenbek

•    Tagesgruppe "Am Fischmarkt"

Breite Straße 169a, 22767 Hamburg

•    Ambulante Dienste
Kontakt: Lindenallee 96, 22869 Schenefeld

Allgemeine methodische Grundlagen und Instrumente
Jeder Mensch mit seiner individuellen Biografie hat seine ihm eigenen leiblichen, seelischen und geistigen Bedürfnisse und ist eingebunden in seine soziale Gemeinschaft. In der ständigen Beziehung zu seinen Mitmenschen und im Austausch mit seiner Umwelt findet lebenslang ein Lern- und Entwicklungsprozess statt, in den der Mensch seine individuellen Ressourcen einbringt und in dem er auf entsprechend förderliche und unterstützende Bedingungen angewiesen ist. Dies gilt vor allem für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf und in besonderen Lebenslagen. Wir sehen es als unsere Aufgabe, diesem Bedarf entsprechende Leistungen anzubieten. Ausgangspunkt für jede Unterstützungsleistung ist die Erfassung der Vorgeschichte und eine Analyse der aktuellen Situation. Auf dieser Grundlage erfolgt eine Klärung des Auftrags und der Ziele sowie die Festlegung eines Handlungsplans mit den jeweils für die Zielerreichung angemessenen methodischen Konzepten. Anhand der fortlaufenden Dokumentation dieses Prozesses erfolgt eine regelmäßige Reflexion in Form der kollegialen Beratung, bei Bedarf unterstützt durch Supervision. Hieraus ergibt sich ein Bild des Prozessverlaufs, aus dem sich die Zielerreichung oder notwendige Veränderungen des Förderkonzeptes bestimmen lassen. Diese Evaluation fließt ein in das interne Qualitätsentwicklungsverfahren.


Folgende Handlungskonzepte, je nach Zielgruppe und Problemlage modifiziert und kombiniert, liegen den Leistungen zu Grunde:
•    Betreuung, Begleitung, Unterstützung
•    Gemeinschaftsbildung
•    Soziales Lernen in der Gruppe
•    Künstlerische Therapien
•    Erlebnispädagogik
•    Beratung und Entwicklungsbegleitung
•    Case-Management
•    Einzelfallhilfe
•    Familienarbeit
•    Empowerment
•    Lebensweltorientierung

Wesentliche Leitprinzipien unseres professionellen Selbstverständnisses sind bestimmt durch das anthroposophische Menschenbild und der darauf aufbauenden Heilpädagogik.Zu den institutionellen Rahmenbedingungen gehören neben der räumlichen und sächlichen Ausstattung die Bereitstellung von entsprechend qualifiziertem Personal sowie Personal- entwicklung, Konzeptentwicklung und Qualitätssicherung und - entwicklung.